Die 24-Stunden-Pflege ist für pflegebedürftige Menschen eine wichtige Unterstützung, ermöglicht ein Leben zu Hause und entlastet Angehörige. Gleichzeitig stellt sie für Pflegekräfte eine besondere Herausforderung dar – denn rund um die Uhr im Einsatz zu sein, kann körperlich und psychisch sehr belastend sein. Deshalb ist es wichtig, die Pausenregelung und Arbeitszeiten korrekt zu gestalten.
In diesem Artikel erklären wir, welche Pausen Pflegekräfte in der 24-Stunden-Betreuung haben sollten, welche gesetzlichen Regelungen gelten und wie sich Pausen in der Praxis umsetzen lassen.
1. Was bedeutet 24-Stunden-Pflege?
24-Stunden-Pflege bedeutet, dass eine Betreuungskraft praktisch rund um die Uhr im Haushalt der betreuten Person verfügbar ist. Typischerweise gilt:
24 Stunden im Haushalt, nicht 24 Stunden aktive Arbeit
Pflegekräfte haben Ruhezeiten, Schlaf- oder Pausenperioden
Die Arbeitsintensität ist tagsüber höher, nachts meist niedriger
2. Gesetzliche Regelungen zu Pausen
Die Arbeitszeit und Pausen von Pflegekräften sind in Österreich gesetzlich geregelt, auch in der 24-Stunden-Betreuung:
Arbeitszeitgesetz (AZG)
Tägliche Höchstarbeitszeit: max. 12 Stunden pro Tag
Wöchentliche Höchstarbeitszeit: max. 60 Stunden (in Ausnahmefällen, inkl. Überstunden)
Pausenregelung
6 bis 9 Stunden Arbeit: 30 Minuten Pause
Mehr als 9 Stunden Arbeit: 45 Minuten Pause
Pausen gelten als Arbeitsunterbrechung und müssen frei von Arbeitspflichten sein
Schlafende Nachtwache
Wird die Pflegekraft nachts nicht aktiv gebraucht, gilt diese Zeit als Ruhezeit und darf nicht vollständig als Arbeitszeit gerechnet werden
Pflegekräfte müssen mindestens 11 Stunden Ruhezeit innerhalb von 24 Stunden haben
3. Praktische Umsetzung der Pausen in der 24-Stunden-Betreuung
A. Schlafende Nachtwache
Pflegekraft schläft nachts im Haushalt
Wird nur geweckt, wenn die betreute Person Hilfe benötigt
Pausen sind während des Schlafes gewährleistet, aber Pflegekraft muss trotzdem ausreichend erholt sein
B. Durchgehende Nachtbereitschaft
Pflegekraft bleibt aktiv über Nacht
Muss durch Turnusmodelle oder zusätzliche Kräfte entlastet werden
Pausen müssen klar definiert sein (z. B. 30–45 Minuten pro Nacht, bei höherem Pflegebedarf Anpassung)
C. Turnus- oder Schichtmodelle
Zwei Pflegekräfte wechseln sich ab (z. B. 12-Stunden-Schichten)
Jeder hat volle Pausen, Schlaf- und Ruhezeiten
Entlastet die Pflegekraft und sichert gleichbleibende Qualität der Betreuung
4. Tipps für Familien
Ruhezeiten planen: Auch bei einer 24-Stunden-Betreuung muss die Pflegekraft Pausen haben.
Aufgaben klar definieren: Tagsüber Aufgaben verteilen, nachts nur bei Bedarf eingreifen.
Turnusmodelle nutzen: Bei intensivem Pflegebedarf zwei Kräfte einsetzen, um Pausen zu gewährleisten.
Dokumentation: Arbeitszeiten, Pausen und Nachtbereitschaften schriftlich festhalten, um rechtlich abgesichert zu sein.
5. Vorteile korrekt geplanter Pausen
Gesundheit der Pflegekräfte: Weniger Stress, bessere körperliche und psychische Belastbarkeit
Qualität der Betreuung: Ausgeruhte Pflegekräfte leisten bessere Pflege
Rechtliche Sicherheit: Einhaltung der Arbeitszeitgesetze verhindert Konflikte mit Behörden
Zufriedenheit bei Betroffenen: Ausgeruhte Pflegekräfte sind geduldiger, aufmerksamer und einfühlsamer
Fazit
Auch bei der 24-Stunden-Betreuung müssen gesetzliche Pausen und Ruhezeiten eingehalten werden. Schlafende Nachtwachen, Turnusmodelle und klare Arbeitsvereinbarungen helfen, dass Pflegekräfte ausreichend Erholung bekommen und gleichzeitig die Sicherheit und Lebensqualität der betreuten Person gewährleistet bleibt.
Tipp: Für Familien ist es sinnvoll, von Anfang an Pausen, Schlaf- und Turnuszeiten schriftlich festzuhalten – das schützt sowohl Pflegekraft als auch Familie und sichert eine harmonische Betreuung.