Die 24-Stunden-Betreuung ermöglicht es pflegebedürftigen Menschen, längst zu Hause zu bleiben und weiterhin ein aktives Leben zu führen. Neben der Grundpflege und Alltagsbetreuung stellt sich für viele Familien die Frage: Kann die Pflegekraft auch im Garten helfen?
In diesem Blogartikel erklären wir, was Pflegekräfte im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung in Österreich leisten dürfen, wie Gartenarbeit eingebunden werden kann und worauf Familien achten sollten.
1. Aufgaben einer 24-Stunden-Pflegekraft
Die Kernaufgaben der Pflegekraft konzentrieren sich auf:
Grundpflege: Waschen, Ankleiden, Toilettengänge
Medizinische Unterstützung: Medikamente geben, Vitalzeichen kontrollieren
Haushalt: Kochen, Einkäufe erledigen, Wäsche, Reinigung
Soziale Betreuung: Gesellschaft, Spaziergänge, Tagesstruktur
Gartenarbeit ist kein Standardaufgabengebiet, kann aber unter bestimmten Bedingungen übernommen werden.
2. Welche Gartenarbeiten sind möglich?
Pflegekräfte können einfache Unterstützungsaufgaben im Garten übernehmen, wenn es ihre Kräfte zulassen und es nicht die medizinische Pflege oder Sicherheit beeinträchtigt. Beispiele:
Leichte Gartenarbeiten: Blumen gießen, Pflanzen pflegen, Unkraut entfernen
Laub harken oder einfache Aufräumarbeiten
Blumenbeete pflegen oder gießen
Rasenpflege mit leichtem Equipment (kein schweres Rasenmähen oder gefährliche Maschinen)
Nicht erlaubt oder empfohlen: Arbeiten, die körperlich sehr belastend oder gefährlich sind, z. B. Leitern hochsteigen, schwere Baumarbeiten, Motorsägen bedienen.
3. Rechtliche Aspekte
Die Hauptaufgabe der Pflegekraft bleibt die Betreuung und Pflege der Person.
Gartenarbeiten dürfen nur unterstützend und in Absprache mit der Familie erfolgen.
Pflegekräfte dürfen nicht gezwungen werden, Tätigkeiten außerhalb ihres Arbeitsvertrags zu übernehmen.
Bei Übernahme zusätzlicher Arbeiten sollte dies vertraglich geregelt oder honoriert werden.
4. Vorteile der Einbindung in Gartenarbeit
Förderung von Bewegung: Für die pflegebedürftige Person kann Gartenarbeit mit Unterstützung eine sanfte Aktivität sein.
Psychische Gesundheit: Pflanzenpflege und frische Luft verbessern Wohlbefinden und Stimmung.
Flexibilität der Betreuung: Pflegekräfte können die Tagesstruktur anpassen und Freizeitaktivitäten wie Gartenarbeit einbinden.
5. Tipps für Familien
Klare Absprachen treffen: Welche Gartenarbeiten übernimmt die Pflegekraft?
Sicherheitsregeln beachten: Keine riskanten Geräte oder Arbeiten
Arbeitsaufwand berücksichtigen: Gartenarbeit sollte nicht die Pflegezeiten oder Ruhezeiten der Pflegekraft beeinträchtigen
Zusätzliche Honorierung: Wenn der Pflegevertrag dies vorsieht, kann Gartenarbeit extra vergütet werden
6. Fazit
Gartenarbeit kann ein wertvoller Bestandteil des Alltags in der 24-Stunden-Pflege sein, solange sie leicht, sicher und unterstützend erfolgt. Die Hauptaufgabe bleibt die Pflege und Betreuung der Person.
Durch klare Vereinbarungen können Familien und Pflegekräfte eine harmonische Lösung finden, bei der die Lebensqualität der pflegebedürftigen Person erhalten bleibt und gleichzeitig die Pflegekraft nicht überlastet wird.