Die 24-Stunden-Betreuung ermöglicht es pflegebedürftigen Menschen, längst im eigenen Zuhause zu bleiben. Dabei stellen sich viele Familien die Frage: Welche Kosten fallen an und was bedeutet Logis für die Pflegekraft?
In diesem Blogartikel erklären wir, welche Faktoren die Kosten beeinflussen, was unter Logis fällt und wie Familien die 24-Stunden-Pflege finanziell planen können.
1. Was ist Logis in der 24-Stunden-Pflege?
Logis bezeichnet die Unterbringung und Verpflegung der Pflegekraft im Haushalt der betreuten Person. Typische Bestandteile:
Eigenes Zimmer oder ein separater Schlafbereich
Mahlzeiten während der Schichten
Nutzung von Bad und Wohnbereich
Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeit
Wichtig: Logis muss angemessen und komfortabel sein – es darf die Rechte und den Schlaf der Pflegekraft nicht einschränken.
2. Kostenfaktoren der 24-Stunden-Pflege
Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
A. Honorar der Pflegekraft
Abhängig von Qualifikation, Erfahrung und Herkunft
Durchschnittliche Honorare in Österreich (2025/2026):
EU-Pflegekräfte (Rumänien, Kroatien, Ungarn, Slowakei): ca. 2.500–3.500 € pro Monat
Drittstaaten-Pflegekräfte: ca. 3.000–4.500 € pro Monat
Turnus, Nachtbereitschaft und Pflegeintensität erhöhen das Honorar
B. Agenturgebühren
Vermittlungsagenturen übernehmen Transport, Vertragsabschluss und Qualitätskontrolle
Agenturgebühr: ca. 300–700 € pro Monat, abhängig vom Service
C. Reisekosten
An- und Abreise der Pflegekraft zwischen Österreich und Herkunftsland
Oft einmal pro Turnus (z. B. 14 oder 28 Tage)
Einige Agenturen übernehmen die Kosten, andere berechnen sie extra
D. Logis
Im eigenen Haushalt der betreuten Person
Kosten: keine direkten Geldzahlungen, aber angemessene Unterkunft, Mahlzeiten und Privatsphäre
Alternative: externe Unterbringung bei hohem Anspruch, dann zusätzliche Kosten
3. Beispielrechnung für eine 24-Stunden-Betreuung
Beispiel EU-Kraft, Turnus 14 Tage, inkl. Logis:
Posten Kosten pro Monat
Honorar Pflegekraft 2.500 €
Agenturgebühr 200 €
Reisekosten 150 €
Logis inklusive
Gesamt 2.850 €
Hinweis: Bei Nachtbereitschaft oder höherem Pflegebedarf können die Kosten bis 3.000 € steigen.
4. Fördermöglichkeiten
In Österreich können Familien die Kosten teilweise durch staatliche Förderung oder Pflegegeld reduzieren:
Pflegegeld: abhängig vom Pflegegrad, kann bis zu 1.700 € monatlich betragen
Zuschüsse der Länder: z. B. Niederösterreich, Wien, Steiermark bieten regionale Unterstützung
Pflegefonds: bei besonders hohem Pflegebedarf können zusätzliche Mittel beantragt werden
Tipp: Eine Kombination aus Pflegegeld, Zuschüssen und Eigenleistung macht die 24-Stunden-Pflege oft finanziell machbar.
5. Vorteile von Logis für die Pflegekraft
Ruhiger Rückzugsort im eigenen Zimmer
Mahlzeiten inklusive, weniger Alltagsstress
Stabile Arbeitsbedingungen: keine ständigen Anfahrten, verlässlicher Turnus
Flexibilität: Pflegekraft kann direkt auf Notfälle reagieren
Für die Familie bedeutet Logis zudem, dass die Pflegekraft immer verfügbar ist, die Kontinuität der Betreuung gewährleistet ist und keine zusätzlichen Unterbringungskosten außerhalb des Hauses entstehen.
6. Herausforderungen und Tipps
Angemessener Wohnraum: genügend Platz, eigenes Zimmer, Privatsphäre
Verpflegung: ausgewogene Mahlzeiten, Berücksichtigung von Ernährungsvorgaben
Klare Vereinbarungen: schriftlicher Vertrag zu Arbeitszeiten, Pausen und Logis
Urlaub und Turnuswechsel: rechtzeitig planen, um Lücken in der Betreuung zu vermeiden
Fazit
Logis und Kosten sind zentrale Faktoren bei der 24-Stunden-Pflege. Während das Honorar je nach Herkunft, Erfahrung und Turnus variiert, gehört ein eigener Wohn- und Essbereich für die Pflegekraft zur Grundausstattung.
Mit klaren Vereinbarungen, Förderung durch Pflegegeld und Landeszuschüsse sowie professioneller Organisation kann die 24-Stunden-Betreuung für Familien leistbar und effizient gestaltet werden.